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Dienstagsrauschen.

> Arbeiten, schlafen, Kaffee trinken. Es bleibt mit fast keine Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens, das Bloggen und Fotografieren. Verfluchter geregelter Tagesablauf!

> Wie konnte unser Werkstudent ausgerechnet am morgigen Mittwoch den Tisch am Stuttgarter Frühlingsfest buchen? Ich kann doch nicht den Bayern-Triumph im Bernabéu verpassen.

> Auch nach vier Wochen ist mein Instagram-Account immer noch ungenutzt.

> Ich gebe zu, mich fröstelt. Hoffe auf Donnerstag und Sonne. Mein Balkon möchte meine volle Aufmerksamkeit am Wochenende.

> Bei schönem Wetter durch enge Gässchen schlendern und alte Häuser fotografieren. Tübingen oder Heidelberg?

> Fahrgemeinschaften sind bei den Benzinpreisen sehr zu empfehlen.

> Unser Abteilungsausflug führt uns wahrscheinlich zum Wandern in die Alpen. Gefällt mir sehr! Sweet home Bavaria.

> Unbefriedigend wie leer und unwohnlich meine Wohnung auch nach zwei Monaten hier noch ist. Ihr dürft mich also jetzt noch nicht besuchen ;-)

Milchbubi.

Ich telefoniere mit meinen Eltern:

“Die Krankenkasse hat mir eine Gesundheitskarte geschickt. Und da ist ein Foto von mir drauf.”

“Die haben uns vor Monaten mal angeschrieben, dass sie ein Passfoto von dir brauchen.”

“Da habt ihr DAS geschickt. Da war ich vielleicht zwölf, als das Foto gemacht wurde. Hätte man da nicht ein anderes schicken können.”

“Das hatten wir hier noch rumliegen. Außerdem gilt die Karte ja nicht lange.”

“Bis 2022. Dann bin ich 37 und auf dem Foto bin ich zwölf.”

“Ja, mei. Da wird schon niemand was sagen.”

“Aber denken werden sich alle was.”

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100 Frühlingsworte.

Straßencafé. Reflexionen. Morgenkühle. Gießkanne. Sonnenschein. Schmelzwasser. Balkonpartys. Stracciatellaeis. Blaue Stunde. Vogelgezwitscher. Strandflucht. Sonnenbrille. hemdsärmelig. Waldspaziergang. Schmetterlinge. Fruchtcocktail. Sonnenblende. Kaffeepause. Fernweh. Blinzeln. Wolldecke. Knospen. Regenbogen. Primavera. Biergarten. She’s got nothing on but the radio. Radtour. Laissez-faire. Bum Bum. Rollladen. offene Fenster. Sun is shining. Osterhase. Flatterhaare. Holzbank. Frühjahrsputz. Tomatemozzarella. Fliegerbrille. Fliegenbrille. Schattenspiele. offenherzig. the weather is sweet. Wiesenduft. Chinoträger. Sandspuren. Endorphine. Föhn. Nachwehen. Gartenstuhl. Wasserfall. make you wanna move. Lächeln. your dancing feet. Feierabend. Orangenbaum. Sehnsucht. Dolce vita. Nasenwind. Teichsitzen. Joggingsschuhe. Zitronenduft. Kugeln in Waffeln. Grünzeug. Nickerchen. Starkbier. Wolkenbilder. Gefühlschaos. Profilwechsel. Terrassenzeit. Melonenkugeln. Palmenhain. Wind durchs Haar. Hollandrad. Bastkorb. Rotnasen. Blumenvase. Farbvielfalt.

Anmerkungen am Freitag.

> Langsam werde ich zum echten Stuttgarter, denn nicht mehr jeder vorbeifahrende Porsche führt zu Halsverrenkungen und selbst der Prototyp des neuen Porsche Cayman, der durch den Innenstadtverkehr zuckelt, erntet nur Schulterzucken.

> Nicht nur die Topografie Stuttgarts taugt nicht zum Radfahren, nein, es gibt auch überhaupt keine Radwege. Zumindest habe ich bisher noch keine entdeckt.

> Funktionierende Steckdosen werden überbewertet. Ich kann doch einfach Verlängerungskabel durch die ganze Wohnung ziehen.

> “Der Techniker zur Freischaltung Ihres DSL-Anschlusses kommt am 19.03.12 in der Zeit zwischen 8.00 und 16.00 Uhr zu Ihnen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie in dieser Zeit zu Hause sind.” Grmml.

> Durch die Gesellschaft/die Medien/den gesunden Menschenverstand wird der moderne Mann gezwungen, sich morgens allerhand Cremes, Gels und Wässerchen auf den Körper zu klatschen. Um diese adäquat aufzubewahren, bin ich zu Ikea gefahren und wollte mir einen Badschrank kaufen. Heimgekommen bin mit Servietten und Plastikdosen.

> VfB vs. Glubb wird wahrscheinlich mein erstes Bundesligaspiel ohne Bayernbeteiligung seit HSV vs. 1860 im Jahr 2000. (Martin Max ftw!)

Hütchen-Heiners Bonbonbude.

Hütchen-Heiner, Markenzeichen Schlapphut, steht jeden Morgen um kurz nach sieben vor dem Kiosk, der sich gleich schräg gegenüber meiner Wohnung befindet, und nestelt ungeduldig an seiner Armbanduhr herum. Gleich sperrt er seinen Laden auf und stellt den Zeitungsständer und die Coca Cola-Tonne auf den Gehweg. Kurz nachdem er seinen Laden betritt, werden ihm die Schulkinder die Bude stürmen. Dann versteckt er sich hinter seiner Trutzburg aus Bonbonkisten und Kaugummipackungen und hofft, dass es bald 8 Uhr wird und die kleinen Plagen ihren Lehrern und nicht mehr ihm auf die Nerven gehen.

Als ich das erste Mal bei ihm im Laden war, wollte ich mir die Süddeutsche kaufen. Eigentlich haben mich nur die draußen an der Fensterfront beworbenen ‘Zaubererei- und Scherzartikel‘ in den Laden gelockt, was ich aber natürlich öffentlich nie zugeben würde. Drinnen war ich erst einmal erstaunt, niemanden anzutreffen. Nachdem ich mich dem Zeitungsständer zugewandt hatte, vernahm ich eine Stimme, die eindeutig aus den Bonbonkisten kam. “Kann ich Ihnen helfen?” Sprechende Bonbon- und Kaugummikisterl? Es kam eine kleine Frau zum Vorschein, die nachdem sie sich von ihrem Hocker in Schaufensternähe erhoben hatte, hinter den Süßigkeiten hervorlugte. Es war schon spätnachmittags und Hütchen-Heiner hatte wohl schon Feierabend gemacht. “Die Süddeutsche würde ich suchen.” “Die isch leider scho aus,” schwäbelte sie mir entgegen. “Aber die Frankfudder hädde mir noch.” Ich lehnte dankend ab.

Samstag wollte ich dort wieder mein Glück versuchen und meine 2,20€ gegen Gedrucktes eintauschen. Doch ich stand vor verschlossener Tür, denn Hütchen-Heiner sperrt seinen Laden samstags nicht auf. Wenn keine Schule ist, gibt es wohl kein Geschäft für ihn zu machen.

Tiefenproblem.

Dass mein neuer Ikea-Wäschesack langsam überquoll, war ein sicheres Zeichen für mich, mir endlich eine Waschmaschine anzuschaffen. Außerdem bin ich aus dem Waschsalonalter nun wirklich langsam raus. Also machte ich mich am Samstag auf den Weg in die örtlichen Elektromärkte.

Bevor ich die Wohnung verließ, hatte ich den zur Verfügung stehenden Platz noch einmal ausgemessen. Neben den Standardmaßen für Breite und Höhe war es vor allem die geringe Tiefe von 57cm, die mir zur Verfügung steht und mir Sorgen bereitete. Damn you, Heizkörper! Und ich sollte Recht behalten. Beim blauen Elektromarkt angekommen, musste ich feststellen, dass die Waschmaschinen alle viel zu groß waren. 59, 60, 62cm. So war es auf den Schildern zu lesen. Aber der Vormieter erwähnte doch, dass er in der Ecke eine ganz normale Waschmaschine stehen hatte.

Wieder zu Hause angekommen, maß ich nochmals. Sapperlot! 59cm. Hier musste wohl jemand zwischenzeitlich das Maßband ausgetauscht haben. Ganz klar. Anders kann ich mir den Zuwachs bis heute nicht erklären.

Wieder zurück zum Blauen. Die neuen Maße vergrößerten die Auswahl enorm. Doch als ich mein Ansinnen einer Verkäuferin vortrug, zeigte diese nur wenig Interesse. Welche sie mir empfehlen würde, auf was ich besonders achten solle, wollte ich wissen. Meine Fragen wurden einsilbig oder murmelnd beantwortet. Wer nicht will, der hat schon. Ich ging weiter in einen anderen Laden.

Dort traf ich auf eine verständnisvolle Verkäuferin aus der Kategorie: Ü60, klein und dick. Wie ich mir eine Verkäuferin in der Haushaltswarenabteilung eben vorstelle. Ich schilderte mein Problem. “Da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die angegebene Tiefe wird immer bis zum Bullauge gemessen, Sie können jede Maschine nehmen.” Viel Lärm um nichts. Keine 15 Minuten später war die passende ausgesucht und bestellt.

Morgen wird sie geliefert und ich kann endlich meinen Wäschesack leeren.

Das ABC der Wohnungssuche

A wie Altbau: knarzende Dielen, zugige Fenster

B wie beschauliche Lage: Supermarkt nur per Auto erreichbar

C wie Citywohnung: Feiervolk kotzt am Wochenende vor die Haustür.

D wie Dachgeschoss: für Leute unter 1,60m

E wie Einliegerwohnung: ständige Überwachung durch den Vermieter garantiert

F wie Fernblick: Die Wohnung befindet sich in der obersten Etage eines Wohnsilos. Positive Ausnahme: Alpenblick.

G wie gut/individuell/toll geschnitten: Hier hat sich der Architekt ausgetobt. Die Wohnung besitzt keine rechten Winkel.

H wie hoher Freizeitwert: Spielplatz direkt vor dem Fenster

I wie individuell: gefällt dem Vermieter, aber alle Interessenten kehren auf dem Türabsatz wieder um.

J wie Jugenstil: knarzende Treppen, keine Wärmedämmung, Ofenheizung

L wie Liebhaberobjekt: stark renovierungsbedürftig

M wie modern: In zehn Jahren wird man über den Baustil/die Fliesen/die Küche den Kopf schütteln.

N wie Neubau: schlechte Bauqualität, aber doppelter Preis

O wie optimale Verkehrsanbindung: -> V

P wie Parkett: Schuhauszieherwohnung

R wie vom Vermieter renoviert: Für einen Fachbetrieb war der Vermieter zu knausrig.

S wie schnuckelig: eine Zweizimmerwohnung mit 40m^2? Kein Problem.

U wie U-Bahn vor der Tür: Nachts wackelt das Bett(ungewollt).

V wie verkehrsgünstig: Die vierspurige Bundesstraße führt direkt an deiner Wohnung vorbei.

Z wie zentral: Die Wohnung liegt im Kneipenviertel. Die Kehrschaufel für die Scherben vor der Tür stellt der Vermieter.

Gesucht: 2 ZKB

Das Ende des Studiums bringt es mit sich, dass ich für meine erste (richtige) Arbeitsstelle nicht nur in eine andere Stadt, sondern gleich in ein anderes Bundesland umziehen werde.

Während meines Studiums habe ich ausschließlich in möblierten Zimmern gewohnt. Da war die Aussicht, endlich in eine eigene Wohnung, die ich mir nach meinem eigenen Geschmack einrichten kann, zu ziehen, sehr verlockend. Endlich ein breites Bett! Brauche ich wirklich eine Récamière? Welche Farbe soll mein Sofa haben? Ich denke, ich habe in den letzten Wochen mehr Zeit auf der Ikea-Homepage  als auf Facebook verbracht.

Meine Ansprüche an die neue Wohnung waren nicht besonderes: ich hätte gerne eine Zweizimmerwohnung, in der schon eine Einbauküche vorhanden und Laminat im Wohn- und im Schlafzimmer verlegt ist. Idealerweise zudem noch ein Tageslichtbad und einen kleinen Balkon.

Die Wohnungssuche gestaltete sich allerdings schwieriger als zunächst gedacht. Natürlich steuerte ich zuallererst die Immobilienportale im Internet an. Die dort angebotenen Wohnung werden allerdings fast ausschließlich von Maklern angeboten, die natürlich eine Provision von mir haben wollen, obwohl sie eigentlich für den Vermieter arbeiten und dessen Aufgaben übernehmen. Gutgläubig wie ich bin, bin ich bisher davon ausgegangen, dass die Wohnungssuche über einen Makler so läuft, wie manche es vielleicht von mieten, kaufen, wohnen bei VOX kennen. Man interessiert sich für eine Wohnung und der Makler zeigt einem in entspannter Atmosphäre die gewünschte.

So läuft das natürlich im real life nicht: hier stellt der Makler seine Annonce ins Netz, hat kurz darauf ein paar Dutzend Interessenten, wählt einige von ihnen aus und lädt sie zur Besichtigung ein. Während der Besichtigung trampeln zehn/zwanzig/dreißig Leute in der Wohnung einander auf den Füßen herum, während der Makler herumsteht, einige Fragen beantwortet und sich ansonsten darauf beschränkt, Selbstauskunftsbögen an die Interessenten zu verteilen. Den füllt man natürlich brav aus, sobald die Wohnung einigermaßen den eigenen Ansprüchen genügt.

Ich weiß allerdings nicht, nach welchen Kriterien der künftige Mieter abschließend ausgewählt wird. Wahrscheinlich ist die wichtigste Zeile auf dem Selbstauskunftsbogen diejenige, in der zu lesen ist: “Geben Sie hier Ihr monatliches Nettoeinkommen an und weisen Sie es durch Ihre letzten drei Gehaltsabrechnungen nach, die Sie uns bitte zukommen lassen.”

Letztendlich habe doch noch eine schöne Wohnung gefunden. Man wolle mich bei dem Umzug unterstützen, hat mir der Makler am Telefon gesagt, und vermiete mir die Wohnung. Für die Unterstützung darf ich ihm jetzt noch 1000€ Provision bezahlen.

Die Odyssee eines Blumenstraußes.

Es war einmal ein Blumenstrauß, der anlässlich eines Geburtstages sehr gerne von I., das liegt in der Mitte Bayerns, nach W., das liegt im Norden Bayerns, geschickt worden wäre. Nur leider kam es nicht dazu…

Wenige Tage nach dem Geburtstag wurde vorsichtig per Telefon nachgefragt.
“Ist denn der Blumenstrauß gut in W. angekommen?” Nein.
“War denn auch keine Benachrichtigung im Briefkasten?” Ebenfalls nein.

Mal bei der DHL anrufen.
“Aha. Okay. Wir werden mal nachhaken!”

Zwei Tage später klingelte der Postbote in I. an der Haustüre. Man hätte sich wegen eines Blumenstraußes beschwert, er sei sich keiner Schuld bewusst. Wir sehen nur noch Fragezeichen.

Kurz darauf flatterte eine Benachrichtigung in den Briefkasten. Es wäre ein Blumenstrauß in der Hauptpost in I. abzuholen. Man ahnt es bereits. Der Blumenstrauß, der vor mehr als zwei Wochen von I. nach W. geschickt wurde, ist mittlerweile wieder in I. gelandet, verwelkt und ausgezehrt.

Es war kein schöner Anblick.

Frohe Weihnachten!

Liebe Leserinnen und Leser,

ich wünsche euch allen frohe und geruhsame Weihnachtstage! Ohne eure Kommentare und Reaktionen hier und auf Facebook hätte das Bloggen auch dieses Jahr wieder nur halb so viel Spaß gemacht. Genießt die freien Tage im Kreise eurer Lieben und lasst euch die Plätzchen und Stollen schmecken.

<3
Andi

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