Die Welt ist schwarz-weiß.
Dass ich mich seit ein paar Monaten verstärkt für Fotografie interessiere, dürfte den geschätzten Lesern nicht entgangen sein. Da passte es gut, dass die Pinakothek der Moderne zur Zeit zwei Ausstellungen beherbergt, die sich der Fotografie widmen.
Das Architekturmuseum der Technischen Universität München zeigt Fotografie für Architekten. In der Ausstellung werden Architekturfotos von Mitte des 19.Jahrhunderts bis heute präsentiert. Besonders interessant fand ich die Bilder aus der Anfangszeit der Fotografie, z.B. die Kathedrale von Reims, dem Mailänder Dom oder, was mich natürlich besonders freute, dem Alcázar von Sevilla. Bilder gibt es auf der Seite des Architekturmuseums.
Die zweite Ausstellung zeigt unter dem Namen Die Neue Wirklichkeit Fotos aus den zwanziger und dreißiger Jahren. Im Museum wird die Ausstellung folgendermaßen angekündigt:
Die Fotografie der 1920er und 1930er Jahre besticht bis heute durch die visuelle Kraft ihrer Bildlösungen. Ungewöhnliche Ausschnitte, dynamische Perspektiven, starke Schwarzweiß-Kontraste, bestechende Nahaufnahmen und außerordentliche Vergrößerungen sind virtuose Zeugnisse einer neuartigen Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihrer Übertragung ins Bild.
Das trifft’s. Punkt. Einige Bilder gibt es beim BR.
Beide Ausstellungen laufen noch bis in den Juni hinein. Wer in dieser Zeit in München aufschlägt, dem sei der Besuch ans Herz gelegt.
Münchener Museen I: Neue Pinakothek
Rein. Ach ne. Jetzt will das Schließfach zwei Euro von mir. Schnell zum Wechseln an die Garderobe. Könnten Sie? Danke. Mein neuer Caban schaut schon gut aus. Und rein damit. Grüß Gott. Für mich auch einmal bitte. Der gute alte Goya. Komme mir ja vor wie damals im Prado. Das Huhn soll Spanien symbolisieren? Der erzählt gerade ziemlichen Mist. Verismus. Deshalb ist die so hässlich. Landschaftsbilder aus England. Endlich keine italienischen Heiligenbilder mehr. Italia und Germania. Italiaaaaa lalalalaaaaaaa. Zwei der drei schauen schon gut aus. Aber die Stiefel der dritten gehen ja gar nicht. Cooles Stadtpanorama Roms. Rottmann-Saal mit griechischen Landschaften. Der war das letzte Mal noch nicht da. Spagna. Vini. Diversi. Stravecchi. Welcher ist jetzt der Kronprinz? Wenigstens der alte Goethe hängt noch an seinem Platz. Ob man zehnjährige unbedingt in ein Kunstmuseum mitnehmen muss. Das Stadtpanorama Athens könnte auch München darstellen. Säulenfreak. Bayern statt Baiern. i griega. Die Alte Reitschule mit dem Café Tambosi im Jahr 1822. Haha, 188 Jahre später hat es mich vor dem Café übelst auf die Schnauze gehauen. Die Lichteffekte! Tizian oder Raffael, wer hat das erste Mal Licht als Stilmittel eingesetzt? Mist, schon wieder vergessen. Das habe ich doch erst vor kurzem gelesen. Der Hund sieht aus wie bei Velázquez. Da ist er ja endlich. Der arme Poet. Hat wenigstens einen Kachelofen. Der arme Blogger musste heute kalt duschen. Spitzweg. Spitzwegstraße. Spitzwegweg. Wie in Ringsee. Sonntags ist es fast zu voll. Schon wieder Velázquez, der alte Sevillaner. Las Meninas. Die Hofdamen? Madrid war eine Reise wert. Jetzt wirds abstrakter. Pointillismus ist das wohl. Nicht was, sondern wie gemalt wird, ist wichtig. Habe ich das richtig in Erinnerung? Manet, Monet, Cézanne. Damit kann sogar ich was anfangen. Sonnenblumen Van Goghs. Seerosen Monets. I lock my door upon myself. Schon im letzten Saal. Klimt ist ja auch noch da. Auf Spanisch heißt das Bild El Beso. Der Kuss, wahrscheinlich. In Wien war ich auch noch nie. Kurz in den Shop. Soll ich? Lieber doch nicht. Runter. Rauf. Raus. Es regnet leicht.
Rokoko, nicht Barock, ROKOKO
[...] Im Cuvilliés-Theater, das Münchener Cuvilliés-Theater, ein Rokokojuwel ersten Ranges, ROKOKO, nicht Barock . Jetzt passen Sie auf. Ebenfalls eine Offerte einer japanischen Autofirma, ich weiß es nicht, Mitsubishi, irgendsowas. Sie fragen an, ob es möglich wäre in diesem Cuvilliés-Theater, Welterbe der Kulturen, ein Rokokojuwel, ob sie da drin eine Benzinpumpe ausstellen können. Dann haben wir vom Freistaat natürlich gesagt: Ja warum nicht? Wenn die gut zahlen, und die zahlen gut, haben wir gesagt, na gut, ein Rokokotheater ist ja ein schöner Rahmen für eine Benzinpumpe. Und jetzt passen Sie auf. Während dieser sogenannten Vernissage…
Gerhard Polt: Der Konservator aus dem Album Eine menschliche Sau
An Polts Stück musste ich denken, als ich von der Präsentation des neuen Audi A7, übrigens mal wieder mit einem außerordentlich hässlichen Heck versehen, in der Münchener Pinakothek der Moderne gelesen habe.
























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