Dafür ist man nie zu alt.

Irgendwann, so vor ein paar Jahre, ich muss wohl gerade Abi gemacht haben, kam meine Mutter auf die Idee, dass wir jetzt aber langsam zu alt für einen Adventskalender seien und es deshalb ab sofort keinen mehr geben würde. Den Sturm der Entrüstung, der ihr entgegenschlug, kann man sich vorstellen. Da habe ich gerade so verdaut, dass nicht das blondgelockte Christkind an Heiligabend in der schönen Donaustadt vorbeischaut und die Präsente unter dem, wie jedes Jahr windschiefen, Tannenbaum ablegt, jetzt sollte uns auch noch unser Adventskalender genommen werden. Gutes und stetiges Zureden führte dann aber doch zum Ziel, die Adventskalender kamen ins Haus.

Heute Gestern musste ich nun mit Erschrecken feststellen, dass, wie mir ein Blick auf den Kalender erbarmungslos verriet, der Dezember auch dieses Jahr schon wieder angebrochen war und sich in meinem Zimmer kein Adventskalender befand. Und glaubt mir, ich habe wirklich jede Ecke abgesucht, da war keiner. Nicht mehr zu Hause zu wohnen hat eben auch seine Nachteile.

Ok, kein Problem, fährst du halt schnell in die Stadt und kaufst dir einen. Kannst auch gleich in die Mensa. Aber erst einmal rasieren. Dabei übelst geschnitten. Das Bayerische Rote Kreuz hätte damit für einen Monat seinen Blutkonservenvorrat sichern können.  Jetzt aber zur U-Bahn. Erster des Monats heißt neue Monatskarte. Riesige Schlange am Automaten. Verkaufsstelle nimmt keine EC-Karte. Verdammt. Wäre eh zu spät für die Mensa gewesen, also wieder heim. Selbst gekocht. Sauce versalzen. Moment. Versalzene Speisen? Da war doch was. Kurz in die Uni. Industrievortrag angehört. Dozent stets mit dem Rücken zum Publikum. Angepisst. Jetzt aber in die Stadt, mit dem Rucksack für Unisport auf dem Rücken. Vorbei an der rot leuchtenden Allianz-Arena. Das Schneegestöber will einfach nicht aufhören, die ganze Stadt ist weiß durch den leichten, aber beständigen Schneefall. Heute sind bestimmt 15 cm Schnee gefallen. Die Supermärkte in der Innenstadt abgegrast, aber nur Luxusadventskalender für 15€+ gefunden. So ein Mist. Jetzt musst du aber weiter. Supermarkt im Olympischen Dorf hat einen stinknormalen Milka-Kalender. Endlich. Tag gerettet.

Denn dafür ist man(n) nie zu alt.

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Veröffentlicht in Leben, München
4 comments on “Dafür ist man nie zu alt.
  1. rebhuhn sagt:

    supergeil😀. also, daß du das gemacht hast. echt!!1 schee.

  2. Mary Malloy sagt:

    Den Kalender hat Chef auch im Büro. Da er nur noch ein paar Tage da ist, hat er den Rest mir vermacht, hmjammi! Übrigens habe ich letztes Jahr keinen Kalender gehabt und fand das total doof. In diesem Jahr hab ich pünktlich einen Ende November gekauft, vergesse aber jeden Morgen das öffnen. Dann halt abends!😉

  3. andi sagt:

    @rebhuhn: thx

    @mary: dein chef hat also den gleichen Kalender wie ich. Vielleicht ist es ja derselbe Kalender und ich bin dein Chef, wir wussten es bis jetzt bloß noch nicht😉

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